Equilibrium Wind: Baumwolle, Arbeit & Kunst

Bericht

Wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig ist die ökonomische Nutzung von Baumwolle mit Rassismus verwoben. Das Bremer Übersee-Museum zeigte die Ausstellung „100% Baumwolle“. Am 21. März 2023, dem internationalen Tag gegen Rassismus, war Thierry Oussou dort zu Gast, dessen Werke die globale Ungleichheit in den Arbeitsbedingungen im Kontext eines strukturellen Rassismus thematisieren - am Beispiel der Baumwolle.

Lesedauer: 2 Minuten
Foto von einer Hand voll Baumwolle vor einem Baumwollfeld.

Thierry Oussou, geboren 1988, wuchs in Allada (Benin) auf und studierte Kunst an der Rijksakademie in Amsterdam. Seither ist er auf zahlreichen Ausstellungen wie den Biennalen für zeitgenössische Kunst in Berlin und São Paulo präsent. In Benin, dem größten Baumwollproduzenten Afrikas, arbeitete Oussou selbst auf einer Baumwollplantage und setzte seine Erfahrungen mit einer Porträtserie von Baumwollpflücker*innen um.

In "Equilibrium Wind" nutzt Oussou erneut eine von ihm entwickelte künstlerische Methode, die er als soziale Archäologie bezeichnet: Durch Gemälde und zeichnerische Installationen stellt er Fragen zu Authentizität und Sichtbarkeit in Bezug auf verschiedenste Bedeutungen, die der Baumwolle zugeschrieben werden. Baumwolle ist in seiner Kunst ein globaler gemeinsamer Nenner, durch den Betrachtende sofort verstehen, wer auf Oussous' Werken zu sehen ist und warum sie wichtig sind.

In seiner künstlerischen Praxis widmet sich Oussou immer wieder marginalisiert und leicht übersehen Berufen – neben Baumwollarbeiter*innen etwa auch den Fahrer*innen öffentlicher Verkehrsmittel. Seine visuellen Untersuchungen zielen darauf ab, die verschiedenen Arbeitsbedingungen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft hervorzuheben und sichtbar zu machen. Anhand von Oussous Kunst haben wir mit ihm und den Gästen über diese Dimensionen, über Arbeitsbedingungen und Auswirkungen der Baumwollproduktion gesprochen.

Die Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Bremer Übersee-Museum.