Nachhaltiges Wirtschaften im Wald

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Wie kann eine nachhaltige Wirtschaftsweise das Ökosystem Wald entlasten? Das haben wir aus drei unterschiedlichen Perspektiven diskutieret: Aus der Sicht des Waldnaturschutzes, der regionalen Forstwirtschaft und mit Blick auf die internationalen Waldnutzung.

Eine Collage aus Text und Bild auf einem orange-roten Hintegrund. In der Mitte steht in einem weißen Kasten: OIKOS. Welt & Wirtschaft. #2 Der Wald. Drumherum sind Symbole von einem Baum, einer Welle, einer Walflosse im Wasser und einem Insekt.

Nachdem wir zum Start unserer Reihe OIKOS mit dem Theater Bremen das Megasystem „Meer“ im Fokus hatten, fragten wir im zweiten Teil „Der Wald“ nach Wegen, wie eine nachhaltigere Wirtschaftsweise dieses entscheidende Öko-System entlasten kann. Wie kann eine sozial-ökologische Transformation im Bereich Forstwirtschaft regional gelingen, welche Waldwirtschaftskonzepte wären weltweit zukunftsfähig?

OIKOS. Welt & Wirtschaft #2 Der Wald - Heinrich Böll-Stiftung Bremen

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Zu Gast waren:

  • Dr. Hans-Martin Hauskeller, gelernter Förster und Leiter der Abteilung Wald und Umwelt der Niedersächsischen Landesforsten
  • Sandra Hieke, Diplom-Forstwirtin, seit 2000 bei Greenpeace, arbeitet zu den Themen illegaler Holzeinschlag im Kongobecken und ökologisch und sozial gerechte Bewirtschaftung der Wälder. Sie leitet zudem die Globale Kampagne zum Schutz der Nordischen Wälder.

Hintergrund

Beunruhigende Bilder und Nachrichten zum Zustand der Wälder weltweit sind uns präsent. In letzter Zeit wurde die Überlastung der Bäume auch in Deutschland für Laien wieder augenfällig, doch Ökolog:innen und Forstfachleute warnen schon länger vor den Folgen trockener Sommer, wirtschaftlicher Übernutzung  und weiterer Stressfaktoren für den hiesigen Wald. Europaweit wuchsen die abgeholzten Flächen seit 2016 um fast 50 Prozent, selbst rare Urwaldflächen etwa in Schweden werden rücksichtslos dezimiert. Die Abholzung afrikanischer Waldflächen überstieg 2020 mit 3,9 Millionen Hektar sogar die immensen Waldverluste, u.a. durch Brandrodung, in Südamerika.

Bäume sind, neben ihren zahlreichen weiteren essentiellen ökologischen Funktionen, wichtige Kohlendioxid-Binder. Aufforstung wird daher als mitentscheidender Faktor bei der Bekämpfung der Klimakrise diskutiert. Klimaforscher wie Hans Joachim Schellnhuber halten zudem eine konsequente Umorientierung der Bauwirtschaft hin zum Holzbau für dringend geboten.

„OIKOS“?!

Ökonomie und Ökologie haben eine gemeinsame sprachliche Wurzel: Oikos. So bezeichneten die Griechen eine Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft. In sprachlicher Verbindung mit nomos, dem „Gesetz“, entwickelte sich aus Oikos die „Ökonomie“ – womit seither die Gesetze, Ordnungen und Sitten des Haushaltens, vulgo des Wirtschaftens bezeichnet werden. Oikos und „logos“ hingegen verschmolzen als „Ökologie“ zur Lehre vom Naturhaushalt. Wir nennen unsere Reihe OIKOS, weil wir fragen wollen, wie Ökologie und Ökonomie wieder in eine tragfähige Balance gebracht werden können.