50 Jahre nach dem Putsch: Te recuerdo Chile

Bericht

Am 11. September 1973 wurde die demokratisch gewählte Regierung Chiles und der Präsident Salvador Allende durch einen brutalen Angriff des Militärs gestürzt. Mit einer zweitägigen Solidaritätsveranstaltung wurde an die Ereignisse im September 1973 erinnert.

Ein schwarz-weiß-Bild des chilenischen Präsidents Salvador Allende, wie er in der Öffentlichkeit Hände schüttelt.

Am 11. September 1973 wurde die demokratisch gewählte Regierung der Unidad Popular und ihr sozialistischer Präsident Salvador Allende durch einen brutalen Angriff des Militärs gestürzt. Tausende Menschen wurden in das Nationalstadion und in andere Konzentrationslager verschleppt, gefoltert und ermordet. Unter ihnen die Stimme der Unidad Popular, der bekannte Musiker Victor Jara.

Die Junta unter General Augusto Pinochet konnte sich 18 Jahre an der Macht halten: Nicht zuletzt dank der Unterstützung der US-Regierungen, v.a. des Präsidenten Nixon und seines Außenministers Kissinger, der 1973 den Friedensnobelpreis erhielt, und des CIA. Für viele Chileninnen und Chilenen blieb nur der Weg ins Exil.

Auf den Putsch in Chile wurde in Europa mit Protesten, Demonstrationen und Solidaritätsveranstaltungen reagiert. In Bremen unterstützten viele Menschen die Verfolgten der Militärjunta. Auch durch das Engagement von Hans Koschnick, Präsident des Bremer Senats, öffnete Bremen sich schnell für Geflüchtete aus Chile und vermittelte ihnen Wohnungen und Arbeitsplätze. Die Universität Bremen stellte 15 von ihnen ein. Gewerkschaften und Kirchengemeinden engagierten sich mit großem Einsatz für die Exilchilenen und Exilchileninnen.

Mit einer zweitägigen Solidaritätsveranstaltung, die auch die Heinrich Böll-Stiftung Bremen unterstützte, wurde an die Ereignisse im September 1973 erinnert:

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Am Sonntag, 10. September um 19:00 Uhr mit einem Konzert in der Kulturkirche St. Stephani, in dem das Trio del Sol um den Musiker und Exilchilenen Ulli Simon, den Folkgruppen Die Grenzgänger und La Kejoca, die iranische Gruppe Saba, die Bremer Kantorei St. Stephani und Einzelinterpreten wie Can Tufan und Willi Schwarz gemeinsam musizieren.

Am Montag, 11. September um 19.30 Uhr mit einer szenischen Lesung mit dem Titel "Wenn ich das finstere Bild des Faschismus auftauchen sehe …“ in der bremer shakespeare company aufgeführt wird, zusammengestellt von Dr. Eva Schöck-Quinteros.

Die szenische Lesung führte in die 1970er Jahre, in den Kalten Krieg und die Folgen für Lateinamerika am Beispiel Chiles. Wie wurde über Präsident Allende und die Unidad Popular in den westdeutschen Medien berichtet? Wie bewerteten sie den Putsch und General Augusto Pinochet? Wie reagierten die Botschaft der Bundesrepublik, das Auswärtige Amt und die Regierung unter Kanzler Willy Brandt? Wie erinnern sich Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Chile an diese ihr Land bis heute prägenden Ereignisse? Die Erinnerung spaltet Chile auch nach 50 Jahren noch immer.