Europa-Quartett #15: Was ist europäisch?

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Wie beeinflussen koloniale und romantische Denkmuster unseren Blick auf Europa? Mit Dag Nikolaus Hasse und Claudia Weber reflektierten wir die traditionell verankerte Vorstellung von europäischer Kultur.

Eine Kollage aus Text und Bild. Der Hintergrund ist blau, darauf ist in schwarz der Umriss einer Karte von Europa.

Wir verstehen uns als Europäer:innen, doch unsere traditionell verankerte Vorstellung von europäischer Kultur ist fragwürdig. Denn wir schleppen aus der Kolonialzeit und der Romantik Ansichten mit, die unseren Blick auf Geschichte und Geographie verzerren.

Europa-Quartett #15 Was ist europäisch? - Heinrich Böll-Stiftung Bremen

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Dag Nikolaus Hasse, der in Würzburg die Geschichte der Philosophie lehrt, ermutigt in seinem gerade erschienen Essay „Was ist europäisch? Zur Überwindung kolonialer und romantischer Denkformen“ zu einem offeneren Nachdenken über Europa. Er weist, was manche überraschen mag, auf „Nachteile des aufklärerischen Begriffs von Europa“ ebenso hin wie auf die „Gefahren des romantischen Begriffs“.  Indem wir unser Sprechen und Denken über Europa entkolonialisieren und entromantisieren, so Hasses These, befreien wir uns von einem ideologischen Erbe, das die Zukunft des Kontinents und die unserer kontinentalen Nachbarn nachhaltig belastet.

Der Krieg gegen die Ukraine in Europa fügt der Diskussion dramatische Dimensionen hinzu. Zusammen mit Prof. Hasse haben wir daher Prof. Dr. Claudia Weber eingeladen. An der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder vertritt sie Vergleichende Imperiengeschichte, Gewalt- und Diktaturengeschichte des 20. Jahrhundert mit dem Forschungsschwerpunkt Kriegsverbrechen und Kriegsverbrechenpolitik in transnationaler Perspektive sowie Historische Europäisierungsprozesse und Geschichte von Europakonzepten.

Moderation: Emanuel Herold, Soziologe und Parlamentsreferent der grünen Bürgerschaftsfraktion in Bremen.

Veranstaltungsort: Noon/Theater am Goetheplatz, in Kooperation mit dem Theater Bremen.