Hasta que seamos libres - OHNE Gioconda Belli

Lesung

Mittwoch, 9. Oktober, 19.30 Uhr, DGB-Haus. Gioconda Belli und das Grupo Sal Duo touren durch Europa, um sich für mehr Gerechtigkeit in Nicaragua einzusetzen.

Lesedauer: 2 Minuten
Hand und Ketten
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Hand und Ketten

Die nicaraguanische Revolution, die vor 40 Jahren die Diktatur des Somoza-Clans beendete, hat sich in ihr Gegenteil verkehrt. Der damalige Revolutionär Daniel Ortega regiert das Land mit diktatorischen Methoden, eine neue Dynastie etabliert sich: Rosario Murillo ist Präsidentengattin und Vize-Präsidentin in Personalunion, die „privatisierte Revolution“ (Hannes Bahrmann) muss als Paradebeispiel für pervertierte Machtausübung gelten. Gioconda Belli ist als ehemalige Sandinistin und heutige Oppositionelle eine berufene Analystin dieser Prozesse – kommenden Mittwoch sollte sie in Bremen ihre Sicht auf das heutige Nicaragua zur Diskussion stellen, muss nun wegen Krankheit aber absagen.



„Hasta que seamos libres – bis wir frei sind“: findet am Mittwoch, 9. Oktober, dennoch, ohne Belli, um 19.30 Uhr im Gewerkschaftshaus am Bahnhofsplatz statt.



Gioconda Belli schloss sich 1970 der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN) an, auch ihr schriftstellerisches und soziales Engagement stießen auf harsche Kritik von Seiten des Bürgertums. Ihre ersten, Anfang der 70er Jahre veröffentlichten erotischen Gedichte erregten im streng-katholischen Nicaragua einen Skandal. 1978 wurde sie für ihren Lyrikband Línea de Fuego bereits mit dem kubanischen Premio Casa de las Américas ausgezeichnet, 2018 erhielt Belli den Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums für ihren Einsatz für Meinungsfreiheit – vor allem im heutigen Nicaragua.



Anstelle von Gioconda Belli kommen zwei Musiker der Grupo Sal und Lutz Kliche nach Bremen, der als Berater für Ernesto Cardenal im nicaraguanischen Kulturministerium arbeitete. Kliche übersetzte für Belli u.a. Bewohnte Frau und, 24 Jahre später, auch Die Republik der Frauen (2012). 

Ort: DGB-Haus, Bahnhofspl. 22, 28195 Bremen

Eintritt: frei