"Schädel X"

Performance und Diskussion, 19. (19 Uhr) und 21. Januar (18 Uhr) im Brauhauskeller des Theater am Goetheplatz

In den Kellern deutscher Universitäten und Museen lagern tausende Schädel aus den ehemaligen Kolonien. Sie entstammen überwiegend einem Unrechtskontext - sie wurden ausgegraben oder von den Leichen hingerichteter „Aufständischer“ abgetrennt und als Trophäe nach Deutschland verschickt.

In anthropologischen Instituten betrieben Wissenschaftler Rassenforschung an diesen Schädeln, Berlin wurde mit Rudolf Virchow und Felix von Luschan zum Zentrum der Schädelsammler, aber auch Bremen hatte als sog. „Stadt der Kolonien“ und hat noch immer erheblichen Anteil an diesem Erbe.

100 Jahre später mehren sich Forderungen nach einer würdevollen Behandlung und Restitution dieser Schädel an die Nachfahren. Zögerlich beginnen Universitäten und Museen mit der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels ihrer Geschichte.

Ein Schädel bildet auch das Zentrum der Lecture Performance Schädel X. Zwei biografische Geschichten kreisen um ihn. Sie führen von Tansania und Deutschland über Archive, Konsulate, Schlachtfelder und Labore durch die deutsche Kolonialgeschichte ins Innerste des eigenen Schädels. Mit (medizin-)historischen Dokumenten und O-Tönen verbinden sie sich zu einer
skurrilen, (post-)kolonialen Irrfahrt zwischen Wissenschaft, Politik und Theater.

Konzept, Recherche, Performance: Konradin Kunze, Regie: Sophia Stepf, Sound Design: Andi Otto,
Video Design: Jürgen Salzmann, Technik: Marcello Lussana, Produktionsleitung: ehrliche arbeit - freies
Kulturbüro, Interviews mit: Christina Helbig, Mnyaka Sururu Mboro, Isaria Anael Meli, Upendo Moshi,
Gerhard Ziegenfuß u.a.

Im Anschluss an die Vorstellung am 19.1. findet ein Expert*innen-Gespräch zum Umgang mit menschlichen Überresten aus der Kolonialzeit statt. Mit Ohiniko Mawussé Toffa (Universität Bremen, Forschungsbereich Dynamik der Missionierung und der Kolonialisierung / Kolonial-und Missionswortschatz), Virginie Kamche (Afrika-Netzwerk Bremen e.V.), Prof. Dr. Wiebke Ahrndt (Überseemuseum Bremen) und Konradin Kunze.



„Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“

14. Februar, 19 Uhr, Wall-Saal der Stadtbibliothek

über die Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus am Beispiel fotographisch dokumentierter Familiengeschichten aus Mitteldeutschland
Mit Prof. Dr. Eve Rosenhaft (University of Liverpool) und Jana Müller, Alternatives Jugendzentrum e.V. Dessau

Im Archiv der Universität Liverpool fand die dort lehrende Historikerin Eve Rosenhaft ca. 200 Fotografien, die das Leben der Sinti und Roma in den 1930-er Jahren in Dessau-Roßlau dokumentieren. Sie gehen auf den damals in Roßlau lebenden Fotojournalisten Hanns Weltzel zurück. Weltzel hatte ab 1931 intensive Kontakte zu den Familien, die auf ihren Handelswegen nach Dessau-Roßlau kamen. Die Fotos und erhalten gebliebenen Briefe zeugen von einer freundschaftlichen und von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägten Atmosphäre. Darin liegt die Besonderheit dieses Fotobestandes, insbesondere wenn man sie mit Propagandafotos im Nationalsozialismus vergleicht.

Die Beschriftungen der Fotos geben nur bedingt Auskünfte, um wen es sich auf den einzelnen Fotos handelt. Die namentliche Identifizierung ist jedoch die Grundvoraussetzung, um die Verfolgungswege der Menschen und ihrer Familien zu erforschen. Dieser Aufgabe widmet sich Professorin Eve Rosenhaft gemeinsam mit Jana Müller vom Alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau in enger Kooperation. Nach voneinander unabhängigen Forschungen und Durchführung von Jugendprojekten führten sie vor drei Jahren ihre Forschungsergebnisse zusammen und begannen zielgerichtet für eine Ausstellung zur Erinnerung an die mitteldeutschen Sinti und Roma Fotografien in Augenschein zu nehmen und in Archiven nach weiterführenden Hinweisen zu suchen.

Die Ausstellung, deren Titel einem Brief von Josef Steinbach an Hanns Weltzel aus dem Jahr 1948 entnommen ist, nimmt die Verfolgungsschicksale ganzer Familien, häufig über vier Generationen, in den Blick. Am Abend der Ausstellungs-Eröffnung wird auch der vom AJZ Dessau produzierte Kurzfilm „Was mit Unku geschah – Das kurze Leben der Erna Lauenburger“ gezeigt, der in einem Jugendforschungsprojekt entstand. Unku gehörte mit ihrer Familie zu den aus Dessau-Roßlau Ausgewiesenen und wurde mehrfach von Hanns Weltzel fotografiert.

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen
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Ralf Fücks: »Freiheit verteidigen« - über die Krise der liberalen Demokratie
26. Februar 2018, 19 Uhr, Wallsaal der Stadtbibliothek

Lesung & Streitgespräch mit Rudolf Hickel

Ralf Fücks, langjähriger Vorstand der Heinrich Böll-Stiftung (Bund) und aktuell Mitgründer des „Zentrum Liberale Moderne“ (LIBMOD), hat mit »Freiheit verteidigen« ein leidenschaftliches Plädoyer für eben diese „liberale Moderne“ vorgelegt.

Die verbreitete Furcht vor sozialem Abstieg, vor einer aus dem Ruder laufenden Globalisierung und unkontrollierter Zuwanderung erzeugt eine aggressive Grundstimmung. Das Vertrauen in die demokratischen Institutionen sinkt, populistische Demagogen haben Zulauf. Was liegt dieser Revolte zugrunde und wie können wir ihr begegnen?

Diesen Fragen geht Ralf Fücks in seinem Buch nach. Er verfolgt die langen Linien der Opposition gegen die liberale Moderne und zeigt, dass der Rückzug in die nationale Wagenburg und die Abkehr von der offenen Gesellschaft in Teufels Küche führen. Dagegen setzt Fücks die Erneuerung der demokratischen Republik: Er betont die Rolle starker öffentlicher Institutionen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern – und die Bedeutung der Bürgerinnen und Bürger, die für die gleiche Freiheit aller eintreten. Nach einer einleitenden Lesung wird Ralf Fücks seine Thesen mit Rudolf Hickel diskutieren, Wirtschaftswissenschaftler und politischer Ökonom.

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen, der Eintritt ist frei.
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"... durch die Polizei abgeholt"

7. März, 19 Uhr, Schulmuseum Bremen (Auf der Hohwisch 61 – 63)

Dr. Hans Hesse berichtet von seinen aktuellen Recherchen über die Verhaftung von Schüler*innen aus Bremischen Sinti- und Romafamilien und deren Deportation nach Auschwitz.

Im März 2018 jähren sich zum 75. Mal die Tage, an denen aus Nordwestdeutschland und Bremen Sinti und Roma vom Bremer Schlachthof aus in drei Transporten in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. Unter ihnen befanden sich zahlreiche schulpflichtige Kinder, die in den Morgenstunden aus den Schulen und den Unterricht "durch die Polizei abgeholt" - wie die Schulleitungen nach 1945 bescheinigten - und in das provisorische Sammellager auf dem Schlachthof am Hauptbahnhof gebracht wurden. Am Beispiel einer Sinti-Familie zeichnet der Vortrag diese bislang wenig bekannten Informationen nach.

In Kooperation mit dem Bremer Schulmuseum. Der Eintritt kostet 3 Euro.

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„Nicht wiedergekommen“

13. März, 18 Uhr, Krimibibliothek in der Stadtbibliothek Am Wall, 18 Uhr

Dokumentarfilm und Zeitzeugengespräch über das Schicksal der Korbmacherfamilie Franz in der NS-Zeit. Mit Mario Franz und der Filmproduzentin Jana Müller vom Alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau

Etwa eine halbe Million Sinti und Roma wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet. Von 27 Angehörigen der Korbmacherfamilie Franz, deren Heimat bis zum Beginn des Völkermordes Magdeburg und der Fläming waren, überlebten lediglich vier Personen. Ende Juli 1938 wurde die heute in Osnabrück lebende Wald-Frieda Weiss, geborene Franz, mit ihren Eltern und den Geschwistern Rosa, Emil, Erich und Johann nahe Stade verhaftet. Die zwölfjährige Rosa kam in ein Heim nahe Hannover, alle anderen kurze Zeit ins Gerichtsgefängnis Stade und von dort in das Gefängnis Hamburg-Hütten. Ende 1938 erfolgte die Überstellung in Konzentrationslager.

Die Orte, an denen Familienmitglieder litten und starben, stehen für unvorstellbares Leid: Magdeburg-Holzweg, Sachsenhausen, Lichtenburg, Ravensbrück, Mauthausen, Dachau, Neuengamme, Bernburg, Buchenwald, Auschwitz-Birkenau, Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen. Wald-Frieda Weiss, die über sieben Jahre KZ-Haft überstand, erinnert sich in der Dokumentation „Nicht wiedergekommen“, die vom Alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau, erarbeitet wurde, schmerzlich an den Verlust ihrer Mutter, mit der sie gemeinsam viele Jahre in den Konzentrationslagern Lichtenburg und Ravensbrück litt, bis Franziska Franz in der Bernburger Gaskammer ermordet wurde, sowie an den geliebten Vater Gustav Franz, der im Konzentrationslager Mauthausen an den Folgen von Misshandlungen starb.

Mario Franz ist der Sohn von Johann Franz, einem der wenigen Überlebenden der Familie, deren Geschichte der Film „Nicht wiedergekommen“ im Kontext des nationalsozialistischen Völkermordes erzählt. Er gehört der „Zweiten Generation“ an. Seine Eltern, Geschwister und er sahen sich in der Bundesrepublik fortgesetzter Diskriminierung und Benachteiligung ausgesetzt. Davon und von seinem Engagement für den Erhalt der Kultur und Sprache der deutschen Sinti sowie der Bildungsarbeit mit Jugendlichen der Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft berichtet Mario Franz als Zeitzeuge. Das Gespräch führt die Filmproduzentin Jana Müller vom Alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau.

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen
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Zurückliegende Veranstaltungen
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Vergessene Vergangenheit? Jüdische Akteure im Fußball
11. Januar, 19 Uhr im Haus der Bürgerschaft (Festsaal)

Diskussion über die Rolle und das Wirken des ehemaligen Werder-Präsidenten Alfred Ries und den Umgang deutscher Fußball-Klubs mit ihrer Vergangenheit. Mit Marco Bode (Aufsichtsrats-Vors. des SV Werder), Dietrich Schulze-Marmeling (Autor von „Der FC Bayern, seine Juden und die Nazis“), Marcus Meyer (Denkort „Bunker Valentin“) und Fabian Ettrich (Historiker und Werder-Fan)

Zu Beginn der Veranstaltung spielt Lynda Cortis einen Satz aus „Shoa“, der Cello-Sonate von Don Jaffé. Don Jaffé, Komponist und Sportler des Jahrgangs 1933, wird kurz etwas zur Intention seines Werkes sagen.

In Zusammenarbeit mit der Bremischen Bürgerschaft, dem Fanprojekt Bremen und der Antidiskriminierungs AG der Werder-Fans

"Podiumsdiskussion über Wirken von Werder-Präsident Alfred Ries" - Video über die Veranstaltung von Mein Werder unter: https://youtu.be/oXVcQ8jW8KY
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21.12.2017: Bölls Hundertster im City 46!

Happy Birthday Heinrich Böll!
Ein bunter Abend mit Filmausschnitten, Lesungen und anderen Überraschungen Do. 21.12. 19:00


Mit: „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ von Heinrich Böll (Drehbuch), Reiner Iwersen liest aus: „Wanderer kommst Du nach Spa….“ Und natürlich gibt es auch den vorweihnachtliche Glühwein.

Am 21. Dezember 2017 wäre Heinrich Bölls 100 Jahre alt geworden. Seit seinem Tod im Jahre 1985 hat es in Deutschland keinen vergleichbaren öffentlichen Intellektuellen mehr gegeben: Böll legte sich mit der politischen Linken wie der Rechten an, mit der katholischen Kirche ebenso wie mit der Presse. Er setzte sich für Flüchtlinge aus Vietnam ein und für Dissidenten in Osteuropa.

Böll war Humanist, aber kein Moralist, und überzeugt, dass "Sprache, Liebe, Gebundenheit den Menschen zum Menschen machen".
An sein Engagement und sein Werk wollen wir als Heinrich Böll Stiftung, die seinen Namen tragen, in den kommenden Wochen vom 14. November – 21. Dezember in Bremen erinnern. Es wird sich zeigen: ein Künstler und Intellektueller, der aktueller ist, als manche glauben mögen.

Die Ausstellung
Wir zeigen in Kooperation mit dem Theater Bremen die Ausstellung „Einmischung erwünscht!“ vom 14. – 23. November im Rangfoyer des Goethetheaters, Bremen.
Eröffnung am 14. November um 19:30 mit René Böll im Gespräch mit Michael Augustin

Im Rahmen der Ausstellung stellt Dr. Jochen Schubert, Böll Archiv Köln zusammen mit Dr. Gabriele Ewenz, Leiterin des Kölner Böll Archivs seine neue Böll-Biografie vor, die zur Frankfurter Buchmesse erschienen ist.
20. November 17 um 19:30 Foyer des großen Hauses, Theater Bremen

„Radio Böll“ mit Fotos und vielen Originaltönen aus den Archiven von Radio Bremen wird vorgestellt von Michael Augustin und Walter Weber.
22. November 17 um 19:30 im Foyer des großen Hauses.


Die Filme
Zusammen mit dem City46, Kommunalkino Bremen, Birkenstr. 1 wollen wir Ihnen folgende Filme zeigen:

Irland und seine Kinder
BRD 1961, Regie: Klaus Simon, 43 Min.
Mi. 15.11. 19:00
Gespräch mit René Böll und anschließend Ansichten eines Clowns BRD 1976, Regie: Vojtěch Jasný, mit Helmut Griem, Hanna Schygulla, 111 Min.
Mi. 15.11. 20:30

Gruppenbild mit Dame
BRD 1977, Regie: Aleksandar Petrović, mit Romy Schneider, Vadim Glowna u.a., 90 Min Sa. 2.12. 18:00

Die verlorene Ehre der Katharina Blum
BRD 1975, Regie: Volker Schlöndorff, mit Angela Winkler, Mario Adorf, Dieter Laser u.a., 106 Min.
Do. 7.12. + Mo. 11.12. / 18: 00 // Fr. 8.12. + Mi. 13.12. / 20:30

Das Brot der frühen Jahre
BRD 1962, Regie: Herbert Vesely, mit Christian Doermer, Vera Tschechowa u.a. 89 Min.
Fr. 15.12. / 18:00 + Di. 19.12. / 20:30
und
Happy Birthday Heinrich Böll!
Ein bunter Abend mit Filmausschnitten, Lesungen und anderen Überraschungen Do. 21.12. 19:00

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Bremen und die Verfolgung der Sinti und Roma in Nordwestdeutschland

14. Dezember 2017, 18 Uhr, Stadtbibliothek Am Wall (Krimibibliothek), Vortrag von Dr. Hans Hesse

Am 16. Dezember 2017 jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem der „Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei“, Heinrich Himmler, den so genannten Auschwitz-Erlass verfügte. Dieser Erlass leitete die letzte Phase des Völkermords an den Sinti und Roma ein. In Bremen befand sich im Polizeihaus am Wall, dem heutigen Sitz der Stadtbibliothek, die Zentrale der „Zigeunerverfolgung“ in Nordwestdeutschland. Von hier aus wurde die Vernichtung der Sinti und Roma geplant und durchgeführt. Auf dem Bremer Schlachthof war im März 1943 für mehrere Tage ein Sammellager eingerichtet, aus dem mehrere hundert Menschen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden.

Bis heute erinnern nur wenige Gedenkzeichen an die NS-Verfolgung der Sinti und Roma aus Nordwestdeutschland. Der Historiker Hans Hesse erforscht seit 1993 die NS-Verfolgung der Sinti und Roma in Nordwestdeutschland, zeitweise als Projekt mit dem Bremer Sinti-Verein. 2005 legte er mit „Konstruktionen der Unschuld“ das Standardwerk über die Entnazifizierung in Bremen und Bremerhaven vor und hat aktuell die erste große Monographie über das Projekt der STOLPERSTEINE herausgebracht. Hans Hesse lebt in Köln.

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen.

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Programmänderung! Lecke-Lopatta statt Niklas Maak (Warum wir andere Häuser brauchen)
13. Dezember (19 Uhr) im Vortragssaal der Pathologie (Am Schwarzen Meer 134 – 136, Hulsberg)

Warum wir einen anderen Referenten brauchten: Gestern Abend hat Niklas Maak von der FAZ, der heute in der stadtentwicklungspolitischen Reihe BÖLL IN DER PATHOLOGIE über das Thema „Warum wir andere Häuser brauchen“ sprechen sollte, krankheitsbedingt abgesagt. In diese Lücke springt kurzfristig Tom Lecke-Lopatta, Landschaftsarchitekt, Stadtplaner und Referent u.a. für Flächennutzungsplanung beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.

Unter dem Titel „War die Zukunft der ökologischen Stadtentwicklung früher besser?“ analysiert Lecke-Lopatta Instrumente und Leitbilder, mit denen Bremen auf Tendenzen wie den Immobilienboom, den Verlust junger Bevölkerungsanteile, das Anschwellen von Pendlerströmen und die Segregation der Stadtteile reagieren kann.

Beginn ist um 19 Uhr im Anatomischen Hörsaal der Alten Pathologie Am Schwarzen Meer 134 – 136 (Hulsberg), der Eintritt ist frei. Da die Pathologie noch in voller medizinischer Nutzung ist, werden die Besucher dringend gebeten, nicht im Gebäude umher zu gehen.

Wir bitten um Entschuldigung für die Programmänderung!
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ABENTEUER EUROPA, Teil 2: Hauke Brunkhorst

10. Dezember, 11 Uhr, „noon“ im Kleinen Haus des Theaters Bremen

nach dem Auftakt mit Claus Leggewie geht es diesen Sonntag (11 Uhr) weiter mit dem „Europa-Quartett“ der Böll-Stiftung: Zu Gast ist diesmal Prof. Dr. Hauke Brunkhorst, der mit „Das doppelte Gesicht Europas. Zwischen Kapitalismus und Demokratie“ (Suhrkamp) eine spannende Analyse der Ambivalenzen vorgelegt hat.

Brunkhorst beschreibt die Entwicklung der EU nicht als „Verfallsgeschichte“, in deren Verlauf aus einem visionären Projekt ein technokratisches Monstrum geworden sei (das den Kontinent mit einem Austeritätsregime überzieht). Brunkhorst präsentiert eine andere Lesart: Wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde seien Vision und Technokratie aufeinander bezogen, die utopischen Anfänge der Gemeinschaftsbildung in Gesetzen konserviert, gehütet von einem Europäischen Gerichtshof, der die Rechte der Unionsbürger stärke.

Daher sieht Brunkhorst das europäische Projekt als offenen Prozess, der erneut in eine emanzipatorische Richtung gelenkt werden könne – etwa durch eine Mobilisierung der hochqualifizierten, aber prekär beschäftigen jungen Menschen in Spanien, Griechenland und anderen Mitgliedsstaaten der EU.

Mit Brunkhorst debattieren Ulrike Liebert (Politikwissenschaftlerin und Europa-Expertin), Emanuel Herold (Soziologie-Doktorand, Pulse of Europe-Aktivist) und Helga Trüpel (Europa-Parlamentarierin für Bündnis 90/Die Grünen).
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Perspektiven einer "produktiven Stadt"

7. Dezember (19 Uhr) im Vortragssaal der Pathologie (Am Schwarzen Meer 134 – 136, Hulsberg)

Bremen hat Probleme, für deren Lösung das stadtentwicklungspolitische Konzept der „produktiven Stadt“ hilfreich sein kann. Aber wo und wie kann die funktions-durchmischte Stadt konkret zum Vorteil von Wohnen und Arbeiten werden, was kann eine "Rückkehr der materiellen Produktion" bedeuten? Warum ist die „produktive Stadt“ nötig, und wie ist sie möglich? Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Dieter Läpple, langjähriger Leiter des Instituts für Stadt- und Regionalökonomie an der Hafencity-Universität Hamburg

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Hannah Arendt Preis für politisches Denken 2017
Verleihung des Hannah Arendt Preises 2017 an
Étienne Balibar

Freitag, den 1. Dezember 2016, 18:00 im Rathaus Bremen, Obere Rathaushalle
(hierfür ist eine Anmeldung an: ruedel@boell-bremen erforderlich)

Étienne Balibar studierte an der Ecole normale supérieure (ENS). Er war Schüler und Mitarbeiter des Philosophen Louis Althusser. Bis 2002 lehrte er politische Philosophie und Moralphilosophie an der Universität von Paris-Nanterre. Inzwischen emeritierter Professor, lehrt er seit den 1990er Jahren auch an mehreren Universitäten der USA. Zurzeit ist Balibar Gastprofessor an der Columbia University in New York für französische und vergleichende Literatur.

Programm in der Oberen Rathaushalle:

Begrüßung durch den Verein Hannah Arendt Preis für politisches Denken e.V.
Antonia Grunenberg
Begründung der Jury : Thomas Alkemeyer
Für die Preisgeber:
Joachim Lohse für die Freie Hansestadt Bremen und
Peter Siller für die Heinrich Böll Stiftung
Vortrag: Etienne Balibar
Laudatio: Vlasta Jalušič
Gemeinsame Preisübergabe und Sektempfang im Rathaus

Das Kolloquium

Samstag, den 2. Dezember 2017 um 11:00 im Institut Français, Contrescarpe 19, 28203 Bremen

Europa – Chaos und Pluralität
Ist das Projekt eines geeinten und pluralen Europas angesichts des „Versagens der europäischen Flüchtlingspolitik“ und des Wiedererstarkens populistischer Tendenzen gescheitert? Befindet Europa sich nicht nur in einer Krise, sondern in einem Zustand des Chaos?

Étienne Balibar unternimmt in immer wieder neuen Anläufen den Versuch, die Bedingungen für die Herausbildung eines anderen, pluralen und demokratischen Europas sichtbar zu machen. In seinem Buch „Europa: Krise und Ende?“ analysiert Balibar z. B. nicht nur den Schwund politischen Handelns, sondern arbeitet heraus, wie es Europa gelingen kann, wieder die Gestalt eines „politischen Projekts“ anzunehmen.
Doch wie ist ein erweitertes und plurales Selbstverständnis Europas in der heutigen Situation politisch zu realisieren? Wie lässt sich der höchst heterogene und komplexe europäische Raum überhaupt (neu) bestimmen? Und wie entgeht man, aus der Perspektive Arendts gefragt, hierbei der Gefahr, ein wie auch immer geartetes „Europa-Ideal“ zu formulieren?

Diskussion mit: Étienne Balibar, Vlasta Jalušič, Frieder Otto Wolf und Martin Nonhoff
Gesprächsleitung: Antonia Grunenberg
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Das Europa-Quartett: Premiere mit Claus Leggewie

19. November, 11 Uhr, „noon“ im Kleinen Haus des Theaters Bremen

Wohin entwickelt sich Europa – und wir mit ihm? Das "Europa-Quartett" der Heinrich Böll-Stiftung Bremen lädt unter dem Titel "Abenteuer Europa" zum Gespräch über aktuelle Bücher, die neue Diagnosen, anregende Visionen und originelle Plädoyers zur Zukunft Europas vorstellen.

Zum Auftakt ist Claus Leggewie zu Gast - sein gerade erschienenes Buch „Europa Zuerst. Eine Unabhängigkeitserklärung“ (ullstein 2017) widmet sich den „Agenten des Wandels“, die Europa in einen Kontinent der Zukunft umgestalten wollen. Mit Leggewie debattieren Ulrike Liebert (Politikwissenschaftlerin und Europa-Expertin), Emanuel Herold (Soziologie-Doktorand und Pulse of Europe-Aktivist) und Helga Trüpel (Europa-Parlamentarierin für Bündnis 90/Die Grünen). Der Eintritt ist frei.

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„Aufbruch in Katalonien - Die Tragik des verweigerten Dialogs“

18. November um 16 Uhr im Haus der Wissenschaft (Sandstr. 4/5

Am 27. Oktober 2017 hat das katalanische Parlament die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien verkündet und Katalonien zur Republik erklärt. Gleichzeitig haben die spanische Regierung und der spanische Senat den Artikel 155 der spanischen Verfassung angewandt und das katalanische Parlament und die Regierung entmachtet.

Damit ist an die Stelle eines offenen Dialogs eine Politik der Konfrontation getreten, die durch Haftbefehle gegen Mitglieder der katalanischen Regierung noch weiter geschürt wird. Auch die Kommunikation zwischen den zentralistischen politischen Parteien und den Parteien aus den für mehr Autonomie eintretenden Regionen in Spanien ist zum Stillstand gekommen.

Im Hintergrund des Konflikts, über dessen Ursachen in Deutschland wenig bekannt ist, spielen auch die unverarbeitete Geschichte von Bürgerkrieg und Diktatur und deren Verbrechen in Spanien eine Rolle. Der Schweigepakt zwischen großen Teilen der Eliten und der Gesellschaft schlägt jetzt wie ein Bumerang mit heftiger Brisanz zurück. Europa kann in dieser Situation nicht wegschauen, sondern trägt Verantwortung für die weitere Entwicklung in Spanien. Schwierige politische Verhandlungen gehen oft nur mit Hilfe von Dritten.

Nach der Begrüßung und Einleitung durch Dr. Isabel Bataller folgen Kurzvorträge von:
# Marie Kapretz (Vertretung der Regierung von Katalonien in Deutschland, a.D.): Warum Unabhängigkeit? Kataloniens Kampf für mehr Autonomie
# Prof. Dr. Ulrike Liebert: Kataloniens umstrittene „Nationalität“: Historische Perspektiven
# Dr. Helga Trüpel (MdEP): Der Umgang der EU mit Autonomiebewegungen in Europa

Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Lothar Probst von der Universität Bremen. Die findet Veranstaltung in Kooperation mit Dr. Isabel Bataller, dem Europa-Zentrum Bremen e.V. und dem Institut für Europastudien der Uni Bremen statt.
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Migrationsgeschichte im Mittelmeerraum

11. November, 11.00 Uhr
Haus der Wissenschaft (Sandstr. 4/5)


Mit Prof. Dr. Bernd Thum (Karlsruhe/ Heidelberg) und Prof. Dr. Dieter Richter (Bremen). Moderation: Prof. Dr. Elisabeth Arend, Universität Bremen

Nicht nur physische Faktoren bilden Räume, sondern auch das Handeln und Denken der Menschen. Räume schafft auch die Verdichtung von Beziehungen durch wirtschaftlichen Austausch, politische Interessen, die Wanderung von Ideen und Konzepten, Mobilität und Migration. Die aktuelle Migrationsgeschichte hat uns gelehrt, dass der ‚Mittelmeerraum‘ in diesem ‚funktionalen‘ Sinne viel weiter, größer ist als das Mittelmeerbecken und seine Anrainerländer, dass er nach Norden reicht bis nach Skandinavien, nach Süden bis in die westafrikanische Sahelzone.

Man könnte von einem ‚erweiterten Mittelmeerraum‘ sprechen. Staatliche Grenzen bleiben dort wichtig, werden aber relativiert. Was bedeutet in diesem Raum die aktuelle Massenmigration aus dem Süden? Welche Rolle spielen bei der Bewertung des epochalen Ereignisses im Norden (und Süden) kognitive Einstellungen? Nord-Süd-Gegensatz? Religion? Geschichtliche Erfahrungen und Geschichtsbilder? Denken in geschlossenen Räumen? Ein statischer Begriff von Kultur und Identität? Ein vorsichtiger, umsichtiger Umgang mit der Realität ist nötig. Aber behindern diese ‚Tatsachen des Bewusstseins‘ darüber hinaus politisches Denken und Handeln?

Es ist notwendig, sie zu kennen und in Geschichte und Gegenwart nach Ideen und Modellen zu suchen, wie sie im Sinne einer Politik für Europa, den südlichen (und östlichen) Mittelmeerraum und Sahel-Afrika zu relativieren wären.

Eine in Zusammenarbeit mit dem Haus der Wissenschaft im Rahmen des Festivals globale° 2017
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Das Grundeinkommen – Wege und Konzepte der Umsetzung in Schleswig-Holstein und darüber hinaus

Freitag, 17. November, 19.00 Uhr Friedenskirche, Humboldtstr. 175

Grundeinkommen und Realpolitik: Bericht über Stand der Bemühungen und Verlauf der Diskussion in Schleswig-Holstein. Was wäre daraus zu lernen für weitere Perspektiven?

Referenten: Arfst Wagner, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Schleswig-Holstein; Ronald Blaschke, Netzwerk Grundeinkommen, Mitherausgeber mehrerer Bücher und Autor zahlreicher Beiträge zum Grundeinkommen Die "Jamaika"-Koalition in Schleswig-Holstein, bestehend aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, ist in ihrem Koalitionsvertrag zu der Erkenntnis gekommen, dass unser Sozialsystem im Hinblick auf reale Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Digitalisierung, mehr und mehr unterbrochene Berufsbiografien und notwendigem Bürokratieabbau auf eine neue Basis gestellt werden muss. Eine Arbeitsgruppe ist gegründet, die sich mit Modellen wie dem Grundeinkommen und dem Bürgergeld beschäftigen soll. Als Ergebnis könnte ein Modellversuch in Schleswig-Holstein stehen.

Die Referenten diskutieren auch die Frage, ob dies beispielhaft sein kann für Ansätze in anderen Bundesländern und im Bundesrat sowie über eine mögliche Ausgestaltung von Modellversuchen und deren Aussagekraft. Welche Chancen hätte ein „Zukunftslabor“ zum Thema Soziale Sicherung? Und wie könnte es gestaltet werden?
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Programmierte Entscheidungen. Gefährdet die Digitalisierung unsere Selbstbestimmung?

Donnerstag, 28. September 2017, 20 Uhr, Villa Ichon

Computer, die uns Entscheidungen abnehmen, sind heute alltäglich: Smarte Videokameras spüren unerwünschte Personen auf, Smartphones generieren Depressionswarnungen und IBMs Supercomputer "Watson Health" soll dem Arzt Diagnose- und Behandlungsentscheidungen abnehmen.

Digitale Entscheider gelten als effizient und rational, weil sie nicht ermüden, auf riesige Datenmengen zugreifen und sich nicht von Emotionen leiten lassen. Was bedeutet es jedoch für eine Gesellschaft, wenn sie politische, professionelle und persönliche Entscheidungen an Maschinen delegiert?

Der Soziologe Zygmunt Bauman spricht hier von „organisierter Verantwortungslosigkeit“, weil tatsächlich niemand mehr antwortet. Das, was als "erwünscht" und "unerwünscht“, also als "krank" bzw. "gesund" oder „normal“ bzw. „auffällig“ gilt, wird nicht mehr sozial ausgehandelt, sondern in Algorithmen verpackt, die Objektivität vorgaukeln. Droht uns eine maschinelle Technokratie, die unsere Selbstbestimmung unterhöhlt?

Es diskutieren drei Experten, die im IT-Bereich arbeiten und sich seit Jahren mit den sozialen und politischen Dimensionen der Digitalisierung beschäftigen:

Frieder Nake, Professor für Graphische Datenverarbeitung an der Universität Bremen, Computerkünstler

Lars Fischer, Mitglied des Chaos Computer Clubs Bremen, forscht als Informatiker zur Sicherheit zukünftiger Energienetze an der Universität Oldenburg

Kai Osterhage, aktiv im Verein Digitalcourage („BigBrotherAwards“), seit über 20 Jahren in der IT beschäftigt

Moderation: Silja Samerski, Sozialwissenschaftlerin an der Universität Bremen, forscht u.a. zur „Programmierung des Entscheidens“.

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Künstler in einer Diktatur: "Ingenieure der menschlichen Seelen"?

6. November 2017
17:00 Uhr, noon/ Foyer Kleines Haus, Theater Bremen, Goetheplatz 1


Am 7. November 1917 begann mit dem berühmten Schuss von der "Aurora" die Oktoberrevolution. Es war für viele Intellektuelle und Künstler der Beginn einer neuen Ära. Doch bald schon begann für sie ein Alptraum: Unter der Stalindiktatur wurden sie eingeschüchtert, drangsaliert, ermordet.

Unter dem Titel "Künstler in einer Diktatur – Ingenieure der menschlichen Seelen" diskutieren die Dramatikerin und Librettistin Katharina Schmitt, Prof. Dr. Susanne Schattenberg, Direktorin der Forschungsstelle Osteuropa und Ingo Gerlach, Chefdramaturg in der Sparte Oper am Theater Bremen, über den Stalin-Kult und seine Mechanismen.

Moderiert von Libuse Cerna geht es um die Fragen:
Warum soll man sich heute noch mit dem Stalinismus beschäftigen? Ist dies nur ein historisches Thema? Oder gibt es Ähnlichkeiten mit den heutigen politischen Entwicklungen? Die Diskussion steht im Zusammenhang mit der Oper "Kein Mensch" von Jiří Kadeřábek, die am 7. und 8.11. im Theater Bremen aufgeführt wird.



Mittelmeer-Symposium im Brauhauskeller

Am Samstag (4.11., 14 Uhr) diskutiert der in Köln lehrende Ethnologe Martin Zillinger mit Vertreter*innen von SOS MEDITERANE, „Alarmphone“ und dem Bremer Verein Signal of Solidarity über das Thema „Migration – Menschen in Bewegung“. Der Rahmen für diese Veranstaltung ist das Mittelmeer-Symposium, da im Brauhauskeller des Theaters am Goetheplatz stattfindet.

Allein 2017 ertranken schätzungsweise 2.000 Menschen in den Gewässern des Mittelmeers. Die UN-Mission in Libyen hat in einem Bericht vom Dezember 2016 zahlreiche Fälle von Folter, Tötungen und Zwangsarbeit dokumentiert. „Wenn wir nicht helfen, machen wir uns strafbar. Denn es ist der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung,“ sagt Klaus Vogel, Kapitän des Rettungsschiffes Aquarius. Doch die NGOs, die humanitäre Hilfe leisten, werden kriminalisiert, als Handlanger der Schlepper bezeichnet. Die Europäische Union rüstet derzeit die libysche Küstenwache auf, damit sie Flüchtende stoppt und nach Libyen zurückbringt.

Während des Symposiums am Samstag kommen zu Wort:
# SOS MEDITERANE – eine zivile, europäische Organisation, die zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer das Rettungsschiff Aquarius einsetzt
# Signal of Solidarity – ein Bremer Verein, der Geflüchtete in Griechenland, Serbien, Frankreich unterstützt
# Alarmphone – ein selbstorganisiertes Call-Center für Geflüchtete, die auf dem Mittelmeer in Seenot geraten
# Prof. Dr. Martin Zillinger – Ethnologe an den Universitäten Bremen und Köln, der sich aus wissenschaftlicher Sicht mit dem Thema „Migration – Menschen in Bewegung“ beschäftigt.

Das Symposium findet in Zusammenarbeit mit dem Literaturfestival Globale und im Rahmen von „Passage Mittelmeer“ statt. Tageskarten für Passage Mittelmeer kosten 10€ (ermäßigt 7€).
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Das Land und das Meer: Wechselwirkungen zwischen der Landwirtschaft und den Ozeanen

2. November (19.30) im Borgfelder Landhaus (Warfer Landstraße 73)

Nach den Meeresschutz-Veranstaltungen im Übersee- und im Dt. Schiffahrtsmuseum sucht die Heinrich Böll-Stiftung Bremen nun die Diskussion mit Vertreter*nnen der Bremischen und Niedersächsischen Landwirtschaft zum Thema:

„Das Land und das Meer: Wechselwirkungen zwischen der Landwirtschaft und den Ozeanen“

Beginn ist am Donnerstag (2.11.) um 19.30 unmittelbar an der bremisch-niedersächsischen Landesgrenze, im Borgfelder Landhaus (Warfer Landstraße 73). Mit der Straßenbahn (Haltestelle Truperdeich) ist der Veranstaltungsort von der Bremer Innenstadt aus innerhalb von 29 Minuten erreichbar, Abfahrt z.B. 18.34 oder 18.44 Uhr ab Domsheide mit der Linie 4.

Zum Inhalt:
Die starke Belastung des Meers mit Nährstoffen aus dem Binnenland wird wenig beachtet, hat aber weitreichende Folgen: Die Überdüngung der Ozeane bewirkt ein übermäßiges Wachstum von kleinen Algen, der so entstehende Lichtmangel lässt andere Pflanzen absterben. Auch die gravierende Sauerstoffarmut in manchen Bereichen etwa der Nord- und Ostsee hängt direkt mit dem Gülleüberschuss an Land zusammen. Wie können Konsument*innen, wie kann Landwirtschaft auf diese Zusammenhänge reagieren - welche Rahmenbedingungen benötigt sie für eine meeres-verträglichere Produktionsweise? Stimmt die simple Gleichung: „Viele Schweine = wenig Fische“?

Es diskutieren:
+ Heike Klatte, Geschäftsführerin des Bremer Landwirtschaftsverbands
+ Dr. Bettina Taylor, Meeresschutzbüro des BUND
+ Franz Jansen-Minßen, Leiter der Düngebehörde bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
+ Jan Saffe, Sprecher der grünen Bürgerschaftsfraktion für Ernährung und Verbraucherschutz, aktiv bei der Bremer Erzeuger Verbraucher Genossenschaft (EVG)

Die Moderation übernimmt Silke Inselmann von der Heinrich Böll-Stiftung Niedersachsen.
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Meer oder weniger?
Ein Abend über die Bedeutung und Bedrohung der Weltmeere

26. Oktober 2017, 18 Uhr,
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven (Hans-Scharoun-Platz 1)


Diskussions-Mitschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=mVOf4mr7UFE

Die Meere bedecken die Erdoberfläche zu über 70 Prozent. Mit ihren Strömungen bestimmen sie maßgeblich das Klima der Erde, binden den größten Teil des Treibhausgases Kohlendioxid und produzieren gleichzeitig über 50 Prozent des Sauerstoffs in der Atmosphäre.

Doch die Übernutzung durch Fischfang und Tiefseebergbau sowie die Verschmutzung durch z.B. Schifffahrt, Tourismus und Industrie gefährden unsere Meere erheblich. Wie kann eine globale, verantwortungsvolle „Verwaltung“ der Weltmeere aussehen, um sie zu schützen?

Der MEERESATLAS der Heinrich-Böll-Stiftung sucht nach Antworten und wird Grundlage für die Diskussion sein.

Mit:
Nadja Ziebarth, Leiterin des Meeresschutz-Büros des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)
PD Dr. Jens Ruppenthal, Umwelthistoriker am Deutschen Schiffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichte (DSM)
Dr. Maike Schaefer, Biologin, umweltpolitische Sprecherin und Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in der Bremer Bürgerschaft
Dr. Lars Gutow, North Sea Office des Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
Moderation: Karin Heuer, Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg

Im Anschluss an die Diskussion wird eine Baustellen-Führung durch die aktuell umgestalteten Ausstellungsbereiche des DSM angeboten, die in Zukunft einen Bezug zu den Themen des Meeresatlas haben.
Eine Veranstaltung der Heinrich Böll-Stiftung Bremen in Kooperation mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichte
Der Eintritt ist frei.

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Plünderung der Tiefsee – Welthunger nach Rohstoffen

19. Oktober, 2017 19:00 Uhr
Übersee-Museum Bremen (Bahnhofsplatz)


Bereits rund 2 Millionen Quadratkilometer des Meeresbodens haben sich verschiedene Unternehmen und Staaten als Lizenzgebiete in der Tiefsee gesichert. Dort wollen sie zukünftig in Tiefen zwischen 1.000 und 6.000 Metern Bergbau betreiben und mineralische Rohstoffe wie Gold, Silber oder Kupfer fördern.

Die Folgen für die Meeresökosysteme wie auch für die Küstenbevölkerungen und die traditionelle Nutzung der Meere durch die Fischerei oder den Tourismus sind umstritten. In der Wissenschaft wird ein Verlust an Artenvielvalt befürchtet und die Küstengemeinden warnen vor negativen Auswirkungen auf die Fischerei und einer Verletzung von Menschenrechten.

In den Gewässern vor Papua Neuguinea soll 2019 nun Solwara 1, das erste kommerzielle Tiefseebergbau-Projekt, gestartet werden. Breiter Widerstand regt sich in Papua Neuguinea als auch im ganzen Pazifik dagegen. Wir wollen an diesem Abend in die Problematik des Tiefseebergbaus einführen und dessen weitreichende Folgen für die Rohstoff-, Umwelt- und Meerespolitik diskutieren.

Mit:
Kai Kaschinski, Fair Oceans
Jan Pingel, Ozeanien-Dialog
Janis Thal, Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen (Marum)
Moderation: Nadja Ziebarth, BUND


In Kooperation mit Fair Oceans, Brot für die Welt, Heinrich-Böll-Stiftung Bundesstiftung, Ozeanien Dialog, BUND

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Medien, Terror und Öffentlichkeit(en)

Freitag, den 22.9.2017 von 16-19 Uhr
Institut Français Bremen, Contrescarpe 19, 28203 Bremen


Die Annahme, dass Berichterstattungen über Terrorismus diesem selbst gewissermaßen in die Hände spielen, ist nicht neu und wird seit geraumer Zeit wieder mehr öffentlich und kontrovers diskutiert.
Carola Dietze hat ein spannendes Buch über die „Erfindung des Terrorismus“ in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben. Eine wichtige These in dem Buch ist, dass es für die Entstehung des Terrorismus eine Öffentlichkeit/Medien geben musste.

Medienkritisch hat z. B. Baudrillard diesen „Sachverhalt“ mit der griffigen Formel: „Medien sind Teil des Terrorismus“ zum Ausdruck gebracht. Jedenfalls seien die Medien, so der gängige Tenor, dazu aufgerufen, sich verstärkt der Rolle bewusst zu werden, die sie als „angebliches“ Vehikel des Terrors spielen; zumindest aber ihrer diesbezüglichen Verantwortung und Sorgfaltspflicht. Darüber wollen wir diskutieren mit Carola Dietze, Autorin des Buches „Die Erfindung des Terrorismus“; Alexander Cammann, Die Zeit; Antonia Grunenberg, Hannah Arendt Preis f. pol. Denken e.V. und Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten Verbands (DJV).

Ein Workshop der Heinrich Böll Stiftung, des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken e.V. und des Deutschen Journalisten-Verbandes, Landesverband Bremen

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Veranstaltungen im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche

Mit unterschiedlichen Formaten beteiligt sich die Heinrich Böll-Stiftung Bremen an der Europäischen Mobilitätswoche. Bereits morgen (15. September) startet eine verkehrspolitische Picknick-Tour) zu neuralgischen Punkten im Bremer Stadtgebiet: Treffpunkt ist um 21 Uhr am Wilhelm Wagenfeld Haus (Am Wall 209). Während der Radtour werden an besonderen Orten ausgewählte Fahrrad-Kurzfilme projiziert.

Eine zweite verkehrspolitische Radtour, wieder in Kooperation mit Bike it Bremen und Shorts Attack, startet am 22. September um 19 Uhr am Martinianleger an der Schlachte.

Am Vorabend dieser Tour (21. September)) diskutieren wir die Frage: „Wie würden Frauen Stadt gestalten?“)
Würde sich etwas in der - nach wie vor überwiegend von Männern gemachten - Stadtplanung und Verkehrspolitik ändern, wenn eine weibliche Sicht auf die Dinge stärker einbezogen würde? Gibt es überhaupt etwas, das als „weibliche Sicht“ subsumierbar wäre?

Gibt es zum Beispiel gender-spezifische Mobilitätsbedürfnisse? Fällt etwas unter den Tisch, wenn Frauen nicht an der Planung beteiligt sind? Was also könnte anders sein, wenn mehr Frauen die Städte planen würden?

Wir diskutieren unter anderem mit Brigitte Pieper, der Leiterin des Amts für Straßen und Verkehr (ASV) der Freien Hansestadt Bremen, mit der Verkehrsplanerin Anne Mechels (Team-Leiterin bei der Planersocietät Bremen), mit Ulrike Hauffe, Landesbeauftragte für Frauen und Mitglied in den Aufsichtsgremien der Bremer Straßenbahn AG, der Bremer Verkehrsgesellschaft und der Flughafen Bremen GmbH sowie Hellena Harttung, Leiterin des Ortsamts Mitte /Östliche Vorstadt

Die Moderation hat Bonnie Fenton, Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Bremen. Beginn ist um 19 Uhr im English Club, Bürgermeister-Smidt-Straße 3-5. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verein autofreier StadTraum statt, der Eintritt ist, wie auch bei den verkehrspolitischen Radtouren, frei.

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Transgender und religiöse Radikalisierung aus Sicht einer indonesischen Autorin

Mit Unterstützung der Heinrich Böll-Stiftung Bremen kommt Okky Madasari am Mittwoch (13. September) nach Bremen: In der Krimibibliothek in der Zentralbibliothek Am Wall liest sie um 18 Uhr aus ihrem aktuellen Buch „Gebunden – Stimmen der Trommel“.

In „Gebunden“ wirft die indonesische Autorin Fragen nach gesellschaftlichen Zwängen auf und den Möglichkeiten des Einzelnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – insbesondere mit Blick auf die Themen Transgender und religiöse Radikalisierung. Erzählt wird die Geschichte zweier Freunde, die in den neunziger Jahren ihre Hochschulen verlassen und Straßenmusiker werden. Bei einem ihrer Auftritte, bei dem sie auf das Verschwinden einer Fabrikarbeiterin aufmerksam machen, werden sie verhaftet.

Im Gefängnis erleben sie Folter und Demütigungen, der Jüngere von ihnen, der Transgender Sasa, auch sexuelle Gewalt. Traumatisiert verlassen beide das Gefängnis. Sasa wird bald in die Psychiatrie eingewiesen. Sein Freund muss sich als Fabrikarbeiter verdingen, verliert aber in den Wirren der späten 90er Jahre jeden Halt und gerät in die Fänge einer islamistischen Gruppe. Madasari zeigt sich in diesem Roman als kritische Beobachterin des Erstarkens extremistischer Positionen in ihrem Land. „In ‚Gebunden‘“, so schreibt das BÜCHERmagazin, zeige Okky Madasari „einen Menschen, der von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen hin- und hergeworfen wird und in dieser Machtlosigkeit eine Aufforderung zum Kampf sieht. Und einen, der diesen Kampf aufgibt.“

Okky Madasari wurde 1984 in Magetan, Ost-Java, Indonesien, geboren und studierte an der Gajah Madah University in Yogyakarta Politische Wissenschaft und Soziologie an der Universitas Indonesia in Jakarta. Seitdem arbeitete sie u. a. als Journalistin und Schriftstellerin. 2012 gewann sie mit ihrem dritten Roman Maryam als bisher jüngste Autorin den renommierten indonesischen Khatulistiwa Literary Award. Heute lebt sie in Jakarta.

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Sujet-Verlag, der Stadtbibliothek und Radio Bremen. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Silke Behl (Bremen Zwei), der Eintritt ist frei.

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Die Tigrisrebellen

13. September 2017, 20 Uhr im Kioto im Lagerhaus (Eintritt frei, Einlass ab 19.30 Uhr). Anschließend Diskussion mit Nedim Hazar.

Die Bewohner*innen von Schkefta sind es gewohnt, Widerstand leisten zu müssen. Seit Jahrzehnten wehren sie sich gegen die Übergriffe der Großgrundbesitzer und des türkischen Militärs - nun bedroht der Bau des Ilisu-Staudamms das Fortbestehen des kurdischen Dorfes.

Nedim Hazar dokumentiert mit seinem Film „Tigrisrebellen“, den er mit Unterstützung der Heinrich Böll-Stiftung, aber auch auf Basis ein breit angelegten Crowdfundings gedreht hat, wie die Leute von Schkefta mit dieser existentiellen Situation umgehen.

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Ethischer Welthandel – Alternativen zu TTIP, WTO & CO

Christian Felber, einer der Mitbegründer von Attac Österreich, löst mit seinem Modell der „Gemeinwohl-Ökonomie“ intensive Diskussionen aus. Der Chefökonom der österreichischen Industriellenvereinigung bezeichnete es als „Wegweiser in Armut und Chaos“. Der Ökonomie-Nobelpreisträger Eric Maskin hingegen beteiligte sich an Felbers Buch über die Gemeinwohl-Ökonomie mit einem Vorwort.

Mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung Bremen stellt Felber seine Thesen nun in Bremen zur Diskussion. Die Veranstaltung mit dem Titel „Ethischer Welthandel – Alternativen zu TTIP, WTO & CO“ beginnt am Mittwoch (6. September) um 19.30 in der Liebfrauenkirche.

Felber, geboren 1972, lebt als freier Autor, Universitätslehrer und Tänzer in Wien. Dieses Jahr hat er für die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit gewonnen. Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) nach Christian Felber möchte Werte wie soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Denkens und Handelns rücken und hierzu entsprechende Anreize schaffen. Es sollen diejenigen Wirtschaftsakteure belohnt werden, die sich möglichst sozial, fair und ökologisch nachhaltig ausrichten. 2010 initiierte die internationale Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung, die bereits von 2.200 Unternehmen unterstützt wird, das Projekt „Bank für Gemeinwohl“.

Mithilfe einer Gemeinwohl-Matrix, so der Ansatz, wird der individuelle Beitrag zum Gemeinwohl definiert und bewertbar gemacht. Die Gemeinwohl-Ökonomie stellt einen alternativen Beratungs- und Organisations-Entwicklungsansatz dar und versteht sich als Hebel zur Veränderung auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene. In Bremen gibt es eine ehrenamtliche GWÖ-Regionalgruppe, die neben ihren - für alle offenen – Plenen, Arbeitsgruppen und Veranstaltungen auch Beratungen für kleine und mittelständische Unternehmen anbietet.

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Täterkinder und Rebellen

Dienstag, 5. September 2017 in der
Stadtbibliothek Bremen, Am Wall 201 (Wall-Saal) 19.00 Uhr


Karin Wetterau hat mit "68 Täterkinder und Rebellen" einen Familienroman der großen Revolte vorgelegt. Nach der Lesung mit Karin Wetterau diskutieren wir das Buch mit der Autorin und zwei AktivistInnen von 1968, Susanne Schunter-Kleemann und Eike Hemmer, sowie dem Historiker Karl Heinz Roth.

In Kooperation mit Stadtbibliohek Bremen, dem Bremer Literaturkontor, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bremen und der Buchhandlung Leuwer.

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„Arisierung“ Über den Umgang mit dem Unrechts-Erbe

Symposium am 3. November 2016 in der Bremischen Bürgerschaft

Die Beraubung der jüdischen Bevölkerung war ein einträgliches Geschäft. Der Staat, viele Unternehmen und Privatleute profitierten von der „Arisierung“ jüdischen Besitzes im Nationalsozialismus – und tun es zum Teil, als Erben, bis heute.

Der Umgang mit dem „Unrechts-Erbe“ ist Thema eines öffentlichen Symposiums, das die Bremer Bürgerschaft und die „tageszeitung“ (taz) zusammen mit dem Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen veranstalten. Kooperationspartner sind die Heinrich-Böll-Stiftung Bremen, die Landeszentrale für politische Bildung Bremen, die Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen und die Friedrich Naumann-Stiftung.

Ab 14 Uhr stellen Historikerinnen und Historiker den jeweiligen Forschungsstand in Bezug auf die „Profit-Trias“ Fiskus, Firmen und Privatleute dar. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, wie sich der heutige Umgang mit den NS-Erbschaften gestaltet. Hilde Schramm, die Tochter Albert Speers, stellt in diesem Kontext die Arbeit der von ihr gegründeten Stiftung „Zurückgeben“ vor. Auch die Bremer Initiative für ein „Arisierungs“-Mahnmal wird zur Diskussion gestellt.

Gesamtprogramm: Siehe PDF

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