Studienreise 2020 - Bulgarien

Studienreise

Unsere Studienreise nach Bulgarien findet vom 19. bis zum 26. April 2020 statt.

Kirche Sofia Bulgarien

Sofia wurde im 5. Jh. v. Chr. als Serdica gegründet, zur Römerzeit als Knotenpunkt zwischen Europa und Asien ausgebaut, 809 als Sredez dem Ersten Bulgarischen Reich und schließlich 1018 Byzanz angegliedert. Der Balkan - ein dem Türkischen entlehntes Wort für bewaldetes Gebirge - bezeichnet ursprünglich den quer durch Bulgarien verlaufenden Gebirgszug, der auf Bulgarisch "Stara Planina" (Altes Gebirge) heißt, steht jedoch heute eher für die gesamte südosteuropäische Region.

Frühe Bulgarische Reiche, "Türkenjoch" und Wiedergeburt

Nach Besiedlungen durch Thraker, Griechen, Römer, Goten und Hunnen begann im 6. Jh. die "Slawische Landnahme" des Territoriums des heutigen Bulgarien, in deren Folge um 681 das erste Bulgarische Reich entstand. Gut 200 Jahre später wurde das Christentum Staatsreligion, doch 972 wird zunächst Ostbulgarien, 1018 dann Westbulgarien Provinz des Byzantinischen Reichs.
Die bis 1878 dauernde osmanische Phase, (nicht nur) in der nationalen Geschichtsschreibung gern als "Türkenjoch" bezeichnet, war gekennzeichnet durch das Abschneiden fast aller Kontakte zu Westeuropa, die Auflösung der bulgarischen Verwaltungsstrukturen und die teils sehr gewaltsame Unterordnung unter die neuen Machthaber. Andererseits bedeutete die Fremdherrschaft über Jahrhunderte relativ friedvolle Zeiten und eine gewisse religiöse Toleranz ohne massenhafte Zwangsislamisierungen. So blieb die bulgarisch-orthodoxe Kirche, auch wenn sie ihre Eigenständigkeit im 15. Jh. verlor, die wichtigste kulturelle Institution.
Der im 18. Jh. einsetzende Niedergang des Osmanischen Reiches führte zu zahlreichen Bauernaufständen und einer "Nationalen Wiedergeburt", die jedoch vom Berliner Kongress 1878 nicht bestätigt wurde. Erst 1908 gewann Bulgarien seine vollständige Unabhängigkeit.

 Kriege, Sozialismus und "fingierte Revolution"

Die Balkankriege 1912 (mit Serbien, Montenegro und Griechenland gegen die Türkei) und 1913 (gegen Serbien und Griechenland), der Eintritt in den Ersten Weltkrieg 1915 auf der Seite der Mittelmächte samt den daraus folgenden Gebietsabtretungen insbesondere Mazedoniens und eine instabile Zwischenkriegszeit mit schwieriger Wirtschaftslage, die schließlich in eine "Königsdiktatur" mündete, hatten Bulgarien am Vorabend des Zweiten Weltkriegs in eine prekäre Lage gebracht. Anfangs neutral, trat es am 1.3.1941 dem Dreimächtepakt bei, einen Tag später marschierten deutsche Truppen ein.
Auf die Besetzung des Landes durch die Rote Armee im September 1944 folgte 1946 die Ausrufung der "Volksrepublik Bulgarien" samt Einbindung in den Machtbereich der Sowjetunion, der gegenüber das Land während der gesamten Herrschaftszeit von Todor Schiwkow 1962-1989 als treuer Vasall galt. Bulgarien blieb trotz fortschreitender Industrialisierung stark agrarisch geprägt und ist international eher unauffällig, lediglich die Zwangsbulgarisierung gegenüber der türkischen Minderheit, in deren Folge ab 1986 ca. 300.000 ethnische Türken zur Auswanderung gezwungen werden, löste größere Proteste aus.
Die "fingierte Revolution" (Ilja Trojanow), also der Übergang von Plan- zu Marktwirtschaft und vom Ein- zum Mehrparteiensystem ohne einen konsequenten Austausch der alten Eliten, sorgt heute noch für Nachwirkungen in Form einer korruptionsanfälligen Bürokratie und ein starkes ökonomisches Stadt-Land-Gefälle. Seit März 2004 ist Bulgarien Mitglied der NATO, seit Januar 2007 Mitglied der Europäischen Union.

Die Rettung der bulgarischen Juden

1943 lebten in Bulgarien etwa 63.000 überwiegend sephardische Juden, davon ca. 12.000 in den im Frühjahr 1941 besetzten Gebieten Thrakien und Mazedonien. Eine antijüdische Gesetzgebung war bereits 1939 eingeführt und 1941 verschärft, jedoch nur teilweise umgesetzt worden. In einer Vereinbarung vom 22. Februar 1943 hatte der bulgarische "Kommissar für Judenfragen" dem Reichssicherheitshauptamt die Auslieferung von 20.000 Juden zugesichert. Doch im Angesicht der bereits beginnenden Konzentration der Juden in Kjustendil und Plovdiv verfasste Dimitar Peschew, stellvertretender Parlamentspräsident, Mitte März ein Manifest, dem zufolge die Deportation "einen unwürdigen Schandfleck auf der bulgarischen Ehre" darstelle. Mehr als ein Viertel der Abgeordneten unterzeichneten binnen Stunden das Dokument und tatsächlich ließ sich Zar Boris III. unter dem Druck des massiven Protests der Öffentlichkeit und der orthodoxen Kirche dazu bewegen, die Auslieferung auszusetzen. Zwar wurden die fast alle in den größeren Städten lebenden Juden im Mai in die bulgarische Provinz vertrieben, doch blieben so letztlich alle Juden Kernbulgariens am Leben.
Verhindert werden konnte jedoch nicht, dass in der zweiten Märzhälfte mehr als 11.000 inzwischen staatenlos gewordene Juden aus Thrakien und Mazedonien nach Treblinka deportiert und dort ermordet wurden.                                                                                                                                             (Text: Ex Oriente Lux)

 

 

Sonntag, 19.4.

 

06.05 Uhr Flug mit Lufthansa über Frankfurt (07.05-08.00 Uhr) nach Sofia.

11.10 Uhr (OEZ) Ankunft in Sofia. Begrüßung durch die bulgarische Reiseleiterin. Kleine Stadtrundfahrt, Transfer zum Hotel und Zimmerbezug für zwei Nächte.

14.30 Uhr Geführter Spaziergang zur Annäherung an die Geschichte Sofias: Alexander-Nevski-Kathedrale, Kirchen Sveta Sofia und Sveta Nedelja, Banja-BaschiMoschee, Synagoge, Mineralbad, Markthalle, Oper u.a. 

19.30 Uhr Abendessen.

 

Montag, 20.4.

 

Ab 07.00 Uhr Frühstück. 

09.30 Uhr Die aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Situation in Bulgarien:  Gespräch einem Sofioter Journalisten. Anschließend Zeit zur freien Verfügung und/oder weitere Informationsgespräche.

Abends Möglichkeit zur Teilnahme an einer Kulturveranstaltung.

 

Dienstag, 21.4.

 

Ab 07.00 Uhr Frühstück.

09.00 Uhr Abfahrt nach Koprivštica (eines der schönsten Dörfer Bulgariens mit geschlossenem Ortsbild aus dem 19. Jh.).

10.30 Uhr Geführter Spaziergang durch das Dorf mit Besichtigung eines der repräsentativen Wohnhäuser bulgarischer Wiedergeburtsarchitektur.

12.00 Uhr Weiterfahrt nach Veliko Tărnovo (Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches). Zimmerbezug für zwei Nächte.

15.30 Uhr Geführter Spaziergang durch Veliko Tărnovo (Zarenpalast auf dem Zarevez-Hügel, mittelalterliche Kirchenbauten, Patriarchenpalast, Bürgerhäuser u.a.). Anschließend Zeit zur freien Verfügung.

 

Mittwoch, 22.4. Ab 07.00 Uhr Frühstück.

09.00 Uhr Abfahrt nach Ruse an der Donau.

10.30 Uhr Geführter Spaziergang durch Ruse: Freiheitsplatz mit -denkmal, Rathaus, Justizpalast, Theater, Elias-Canetti-Geburtshaus. Besichtigung der Dreifaltigkeitskirche und der Festung Sexaginta Prista. 

14.30 Uhr Besuch der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft und Informationsgespräch mit einer Mitarbeiterin. Anschließend Zeit zur freien Verfügung.

18.30 Uhr Rückfahrt nach Veliko Tărnovo.

 

Donnerstag, 23.4.

 

Ab 07.00 Uhr Frühstück. Anschließend Zeit zur freien Verfügung.

11.00 Uhr Fahrt durch das Balkan-Gebirge mit Zwischenstopp am Schipka-Pass nach Kasanlăk (wichtigster Ort im "Tal der Rosen").

13.30 Uhr Besuch des zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Thrakergrabmals und Besichtigung der originalgetreuen Kopie.

15.00 Uhr Weiterfahrt durch die thrakische Ebene nach Plovdiv (Ankunft ca. 18.00 Uhr). Zimmerbezug für drei Nächte.  Anschließend Erster Orientierungsspaziergang in der Kulturhauptstadt.

 

Freitag, 24.4.

 

Ab 07.00 Uhr Frühstück.

09.00 Uhr Ausführlicher Spaziergang durch die Altstadt von Plovdiv (Amphitheater, Ensemble der Wiedergeburtshäuser, Dschumaja-Moschee u.v.a.). Anschließend Zeit zur freien Verfügung.

17.00 Uhr Informationsgespräch mit einer Kennerin der lokalen Kulturszene (ehemaliges Mitglied des Kulturhauptstadtorganisationskomitees).

 

Samstag, 25.4.

 

Ab 07.00 Uhr Frühstück.

09.00 Uhr Abfahrt nach Kapitan Andreevo an der bulgarisch-türkischen Grenze.

11.30 Uhr Informationsgespräche mit VertreterInnen von Border-Monitoring-NGOs und/oder von Frontex.

14.30 Uhr Rückfahrt nach Plovdiv.

17.00 Uhr Besuch bei Roma-Sozialprojekten im Plovdiver Stadtteil Stolipinovo mit Informationen zu deren Arbeitsweise und zur Situation der Roma in Bulgarien.

19.00 Uhr Abendessen.

 

Sonntag, 26.4.

 

Ab 07.00 Uhr Frühstück.

10.15 Uhr Fahrt zum Flughafen Sofia (Ankunft 12.15 Uhr).

14.15 Uhr Flug mit Lufthansa über Frankfurt (15.35 (MEZ) - 17.15 Uhr) nach Bremen.

18.10 Uhr Ankunft in Bremen.

 

 

Kosten & Leistungen

 

Reisepreis pro Person ab/bis Flughafen Bremen: € 990 (ab 20 zahlenden Teilnehmenden)

 

Darin enthaltene Leistungen:

 

Lufthansa-Flüge Bremen-Frankfurt-Sofia-Frankfurt-Bremen wie im Programm angegeben 

7 Übernachtungen mit Frühstück im Doppelzimmer mit Bad/WC in den Mittelklassehotels 

"Budapesht" in Sofia (2), "Bolyarski" in Veliko Tarnovo (2) und "Ego" in Plovdiv (3) - 2 mehrgängige  

warme Mahlzeiten in ausgesuchten Restaurants. 

Alle Reisebusfahrten vor Ort wie im Programm beschrieben.

Kosten des öffentlichen Personennahverkehrs - Komplette Programmkosten (Führungen, Referenten, Eintrittsgelder)

Vorort Organisation durch Ex Oriente Lux

Zusätzliche Kosten (fakultativ):

 

* Einzelzimmerzuschlag: € 100

 

Anmeldung bitte an: ruedel.boell@arcor.de

Die Anmeldung ist gültig, wenn eine Anzahlung von 200 € auf unser Konto (Böll Stiftung Bremen) bei der Bremischen Volksbank eingegangen ist.

IBAN: DE29 2919 0024 0051 3300 00

Der Restbetrag ist bis zum 15. März 2020 fällig.

 

Stornobedingungen: Bei Storno:

bis  90 Tage vor Reisebeginn EUR 200,-

ab   89 Tage vor Reisebeginn EUR 350,-

ab   60 Tage vor Reisebeginn EUR 500,-

ab  14 Tage vor Reisebeginn ist eine Stornierung nicht mehr möglich.