Zuhause bedeutet für mich eigentlich, ein Zuhause zu haben, ganz einfach. Erfahrungen von Obdachlosigkeit und Migration

RomaRespekt und Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Kostenlos
Veröffentlichungsort
Dresden
Veröffentlichungsdatum
Mai 2019
Seitenzahl
50
Lizenz
All rights reserved.
Sprache der Publikation
deutsch
ISBN / DOI
978-3-946541-33-2

Dieser Band veröffentlicht Erfahrungen von Obdachlosigkeit und Migration. Vier obdachlose Menschen geben Einblicke in ihr Leben auf der Straße, sie sprechen über den Beruf ohne Anerkennung: das Schnorren und Betteln.

Diese Menschen gehören zur größten Minderheit Europas – den Rom*nja. Sie sprechen über die Unmöglichkeit des Lebens im Herkunftsland, über das Überwinden der vielen Kilometer in Europa und über ein Leben ohne Sicherheit. Sie sprechen über Elternschaft und Zuhause. Wir erfahren von Mobilität und permanenter Aktivität. Ungewollt ist für ihr Leben und die Lebensbewältigung eine besondere Anstrengung nötig. Der Band will mit den Vorstellungen von Passivität brechen und die gelebte Realität gegenüber stellen. Keine Minderheit muss so intensiv um das Überleben in Europa kämpfen. Es ist der Kampf um Wohnraum,
Auskommen und Schutz.

Zu oft wird das Leben von Rom*nja nicht strukturell durch Entrechtung und Enteignung erzählt, sondern den Menschen werden fehlendes Engagement und fehlende Bildung attestiert. Der Antiromaismus, der Rassismus gegenüber Sint*ezze und Rom*nja, projiziert Anspruchlosigkeit, Schicksalsergebenheit und fehlenden Ehrgeiz, Unvernünftigkeit und Trägheit in die Menschen. Er spricht von selbstverschuldeter Verarmung und Passivität. Daher braucht es die Zeugnisse von all den Anstrengungen und Mühen des Überlebens.

Diese Erzählungen sind Geschichten der Gegenwart von Menschen, deren Zeugnisse rar sind. Ihre vielfältigen Armutsfolgen und Risiken werden sichtbar, wenn Betroffene ihre Erzählungen und ihre Geschichten preisgeben. In der vorliegenden Publikation werden Lebensgeschichten von wohnungs- beziehungsweise obdachlosen Rom*nja dargestellt, die ihren Alltag überwiegend im öffentlichen Raum organisieren. Entstanden sind sehr private und offene Erzählungen, die von der Kraft des Durchhaltens zeugen. Sie verlangen Respekt und gehen an die Nieren.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
ich habe die welt in zwei geteilt – Alexandre Romanès
man müsste – Alexandre Romanès
Brigitta
Milan
Ist die Stadt für alle da? – Josefine Paul
Blanka
Alexandr
Rrom – Santino Spinelli
Straßenleben – Wohnungslosigkeit – Justus Schubert
Renata Horvathova
märchen – Wilfried Ihrig
Weiterführende Informationen
Glossar
Autor*innen
Impressum